Nachhaltigkeit als zentrales Thema der wissenschaftlichen Diskussion

Das vielfach missverstandene rsp. fehlinterpretierte, politisch unablässig missbrauchte und von den meisten politischen Akteuren nicht mit der gebotenen Ernsthaftigkeit verfolgte Leitbild der nachhaltigen Entwicklung (inzwischen fast ein Musterbeispiel symbolischer Politik) bildet den Gegenstand des Forschungsbereichs, wie sich aus den angeführten Veröffentlichungen der Forschungs-Arbeitsgemeinschaft ergibt. Die Umsetzung des Leitbilds hat trotz eifriger Bemühungen im Zusammenhang mit den Weltgipfeln von Rio de Janeiro im Jahre 1992 und Rio+10 in Johannesburg 2002 nicht die dem Ernst der globalen Bedrohung adäquate politische Beachtung gefunden. Insbesondere ist es nicht gelungen, den Gestaltungsansatz der Nachhaltigkeit mit dem ökonomischen Leitziel des Wirtschaftswachstums und dem politischen Megatrend Globalisierung zu verbinden. In der politischen Prioritätenskala ist das Nachhaltigkeitsgebot auf einen der unteren Ränge gerückt.

Nachhaltige Entwicklung müsste nicht nur konkret und ernsthaft in die internationale und nationale Politik und in die Rechtssysteme einfließen, sondern auch zu einem der zentralen Thema der wissenschaftlichen Diskussion erhoben werden müssen, zu einem der Schlüsselthemen der Geisteswissenschaften, zu einem zentralen Arbeitsfeld der Naturwissenschaften und zu einem Kernthema der Rechts- und Verwaltungswissenschaften.

Nur die konsequente Umsetzung des Leitbilds wäre in der Lage, den von kompetenten Forschungsgruppen vorausgesagten ökologischen Kollaps zu vermeiden.


>>Interdisziplinäre Herangehensweise
>>Begriffsrahnumgen der Nachhaltigkeit
>>Nachhaltigkeit und Recht