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Interdisziplinäre Herangehensweise

Der Schwerpunkt der Nachhaltigkeitsforschung liegt in der anwendungsorientierten disziplinären Forschung. Die bisherigen Ansätze zur interdisziplinären Erschließung sind nicht zureichend, weil eher additiver Art.

Interdisziplinäre Forschung ist hoch voraussetzungsvoll. Das gilt vor allem für die Überbrückung der je unterschiedlichen Denk- und Sichtweisen der Fachgebiete, das gilt ebenso für die Definition von Zielen und Forschungsfragen, die konzeptionelle und methodische Strukturierung der zu bearbeitenden Themenfelder, die Art der Problemzerlegung und der Integration der einzelnen Forschungsschritte, die Art der Vernetzung und der Kommunikation der am Forschungsprozess beteiligten Akteure und die Frage des Monitorings und des Projektmanagements. Da die Denkweisen der beteiligten Wissenschaften höchst unterschiedlich sind, ist der Versuch zu unternehmen, die Differenzen und Divergenzen zwischen den Beiträgen auszugleichen oder wenigstens zu überbrücken. Die oft bemühte Formel einer notwendigen Interdisziplinparität der Bearbeitung solcher Fragestellungen ist schon deshalb unzureichend, weil in der Praxis nach wie vor keine ausreichende Erfahrung mit solchen Arbeiten besteht. Infolgedessen ist auch theoretisch nicht geklärt, wie die beteiligten Fachgebiete miteinander umgehen sollen und können und worin letztlich die Vereinbarungen bestehen müssten, die zu treffen wären.

Interdisziplinäre Forschung kann sich nicht in der bloßen Zusammenstellung der "Aspekte" verschiedener Fachgebiete, die das gleiche Problem behandeln, erschöpfen. Wenn ein neues Thema behandelt werden muss, werden hierzu alle verfügbaren Erklärungsansätze benötigt, um das Problem von allen Seiten beleuchten zu können - also: der ganze theoretische Fundus und all das empirische Wissen, das in den verschiedenen Fachgebieten verfügbar sein mag. Die relevanten Beiträge müssen inhaltlich miteinander verknüpft werden – und hierzu ist eine gemeinsame, theoretisch begründete und operationale Definition und ein entsprechendes gemeinsames Verständnis des zu bearbeitenden Problems unerlässlich. Die Integration der beteiligten Fachgebiete erweist sich in der Forschungspraxis weitgehend als ein kommunikativer Prozess. Dieser hat wesentlich auch eine sprachliche Seite. Er hat aber auch eine inhaltliche Seite: Es geht um das gemeinsame Verständnis der vorgenommenen Aufgabe und ihres Gegenstandes.

Die Rahmenbedingungen, Dimensionen und Strategien der gesellschaftlichen und politischen Bemühungen zur Umsetzung des Leitbilds der Nachhaltigkeit können nicht unabhängig von der veränderten Rolle der Wissenschaften betrachtet werden, die – auch – zur Vorsorgeforschung für die Zukunftsfähigkeit der Gesamtgesellschaft (Ozonloch, Klimaveränderungen und Folgewirkungen) geworden ist.



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